„Das mache ich morgen…“ Besiege deinen inneren Schweinehund!

Wie du die Aufschieberitis erfolgreich bekämpfst

„Das mache ich später…“  dachte sich Tom und begann, statt wie geplant zu lernen eine Fernsehserie zu schauen. Nicht zum ersten Mal. Denn Tom ist ein chronischer Prokrastrinierer. Also jemand, der Aufgaben, die er erledigen sollte, ständig aufschiebt. 

Dass hin und wieder etwas Unangenehmes wie z.B. Wohnung putzen auf die lange Bank geschoben wird, kennt fast jeder. Wenn das Aufschieben aber zu einer bevorzugten Vorgehensweise wird, kann es zu großen Problemen in Studium und Beruf führen. 

Die Gründe für die Aufschieberitis können dabei ganz unterschiedlich sein. Manche brauchen den Kick, zeitlich knapp zu sein, um sich richtig reinhängen zu können.

Andere wiederum versuchen mit dem Aufschieben von beispielsweise der Prüfungsvorbereitung, den subjektiv empfundenen Leistungsdruck, der damit einhergeht, zu vermeiden. Denn dieser löst bei ihnen starke Versagensängste aus.

Und manchmal bildet sich daraus schlichtweg eine unliebsame Gewohnheit, wie man mit unangenehmen Verpflichtungen allgemein umgeht. Aber unabhängig davon, welcher Grund hinter der Aufschieberitis steckt, ist es in jedem Fall sinnvoll, sich eine andere Herangehensweise anzueignen.

„Morgen werde ich mich ändern; gestern wollte ich es heute schon.“

(Christine Busta)

Denn sonst läuft man Gefahr, sich ständig überfordert zu fühlen und erst gar nicht zu versuchen, manche Ziele zu erreichen. Folgende vier Tipps können dir dabei helfen:

1 Formuliere ein Annäherungsziel

Typisch für das Aufschieben ist, dass hinter diesem Verhalten ein Vermeidungsziel steckt wie zum Beispiel „Ich möchte bei der Prüfung nicht durchfallen.“ Wie der Name schon sagt, beinhalten solche Ziele etwas Unangenehmes, was wiederum dazu verleitet, sich nicht damit beschäftigen zu wollen.

Besser ist, ein Ziel so zu fassen, dass es mit etwas Positivem verbunden wird. Bei dem Beispiel lautet ein Annäherungsziel „Ich möchte die Prüfung gut bestehen“ oder noch besser „Ich möchte mein Wissen zum Thema xy erweitern und mit der Prüfung feststellen, wie weit ich damit gekommen bin… (um es gegebenenfalls zu vertiefen)“. 

2 Bilde Unterziele und plane sie zeitnah ein

Vorhaben, die zeitlich weit entfernt sind, haben eine geringere Zugkraft als jene, die kurz bevorstehen. Wenn ich die Prüfung erst in einem Monat bestehen möchte und mich heute ein Freund fragt, ob ich ihn bei seinen Erledigungen begleiten möchte, hat letzteres eine naturgemäß größere Anziehungskraft.

Der Gedanke „Es ist ja noch genügend Zeit, ich lerne morgen…“, auch wenn er nicht korrekt ist, taucht in so einer Situation gerne mal auf. Dagegen hilft, das große Ziel in kleinere Zwischenziele zu unterteilen und diese dann zeitnah einzuplanen.

Dazu kommt, dass der Gedanke an das große Endziel für sich allein schon zu Überforderungsgefühlen führen kann. Was, wie wir wissen, zum Aufschieben verleitet. In dem Moment, wo wir dieses Ziel in Zwischenschritte aufgliedern, erscheint es uns dagegen umsetzbar und auch ausführbar. Dadurch sinkt die Hemmschwelle, sich damit zu auseinanderzusetzen.

3 Belohne dich für deine aktive Haltung

Überleg dir im Vorfeld, wie du dich im Anschluss an die erledigte Arbeit belohnen möchtest. Ob mit einem Treffen mit Freunden, ein gutes Essen, eine Folge der geliebten Serie—alles, was für dich angenehm ist, stellt eine weitere Motivationshilfe dar.

4 Sorge für genug Erholung

Wenn du müde und erschöpft bist, wirst du eher deine Aufgaben verschieben. Achte deshalb darauf, dass du regelmäßig Pausen machst und ausreichend schläfst. Außerdem ist es für deine persönlichen Energiereserven auch wichtig, sich gut zu ernähren und regelmäßig zu bewegen.

Mit diesen Tipps kannst du dem schlechten Gewissen, schon wieder etwas aufgeschoben zu haben, endlich ein Ende setzen und anfangen, deine freie Zeit dann auch tatsächlich zu genießen.

Viel Erfolg dabei!

JM

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